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Dokumente anonymisieren vor ChatGPT und Claude

Dokumente vor ChatGPT oder Claude anonymisieren
Published
October 13, 2026

Mitarbeitende vieler Häuser nutzen ChatGPT und Claude, oft ohne Freigabe und oft mit Kundendaten. Aus unserer Sicht löst ein Verbot das Problem nicht; der Schutz muss auf dem Gerät greifen, bevor Text es verlässt. Diese Seite beschreibt die rechtliche Problematik, die Grenzen der manuellen Schwärzung, die Funktionsweise der Pseudonymisierung und wie Veil sie lokal auf dem Computer der Nutzer umsetzt.

Schatten-KI ist der Normalfall, nicht die Ausnahme

Peter Alder von Marcuard Heritage beschreibt Schatten-KI auf finews.ch als «nicht das Fehlverhalten Einzelner, sondern der Normalfall, mit dem jede Organisation rechnen muss». Ein Verbot verlagert die Nutzung erfahrungsgemäss eher auf private Geräte, als dass es sie beendet.

Für Vermögensverwalter geht es dabei um mehr als Datenschutz. Wer Kundendaten in ein öffentliches Tool kopiert, gibt sie einem Dritten bekannt, der weder als Beauftragter eingebunden noch vertraglich zur Geheimhaltung verpflichtet ist. Das berührt das Berufsgeheimnis nach Art. 69 FINIG, das wir im Beitrag zu Berufsgeheimnis und KI-Anbietern behandeln.

Manuelles Schwärzen übersieht, was eine Person identifiziert

Manuelles Schwärzen funktioniert für eine einzelne Seite, ist im Alltag aber unzuverlässig. Eine IBAN in einer Fussnote, eine Adresse in der Signatur oder ein Kundenname im Dateipfad werden leicht übersehen. Dasselbe gilt für indirekte Merkmale, etwa die Kombination aus Beruf, Wohnort und Transaktionsgrösse, die auf eine einzige Person zeigt. Geschwärzter Text ist zudem schwer zu bearbeiten, weil das Modell den Überblick verliert, wer was getan hat.

Pseudonymisierung erhält den Sinn, nicht die Identität

Bei der Pseudonymisierung wird jedes Merkmal durch einen einheitlichen Platzhalter ersetzt, bevor der Text das Gerät verlässt. Aus «Anna Muster» wird im ganzen Dokument «Person 1», aus ihrer Bank «Bank 1» und aus ihrem Konto «Konto 1». Das Modell kann weiterhin mit Beziehungen, Daten und Beträgen arbeiten. Kommt die Antwort zurück, werden die Platzhalter durch die echten Werte ersetzt.

Pseudonymisierte Daten bleiben Personendaten für den, der den Schlüssel hält. Der Schutz hängt davon ab, wo der Schlüssel liegt. Verlässt die Zuordnung Ihr Gerät nie, erhält der KI-Anbieter nur Platzhalter.

Veil arbeitet in vier Schritten auf Ihrem Gerät

  1. Erkennen. Ein Sprachmodell auf Ihrem Computer findet Namen, Firmen, Adressen, Kontonummern und weitere Merkmale und ersetzt sie durch Platzhalter.
  2. Prüfen. Eine Übersicht zeigt jede Ersetzung, bevor etwas geteilt wird. Sie ergänzen oder korrigieren Einträge.
  3. Arbeiten. Sie nutzen das KI-Tool Ihrer Wahl mit dem pseudonymisierten Text.
  4. Zurückführen. Fügen Sie die Antwort wieder ein, setzt Veil die ursprünglichen Werte ein. Die Zuordnung bleibt in einem lokalen Speicher auf Ihrem Gerät und geht weder an Unplex noch an den KI-Anbieter.

Pseudonymisierung ersetzt keine Weisung

Pseudonymisierung reduziert, was das Gerät verlässt. Sie bestimmt nicht, welche Tools Mitarbeitende nutzen dürfen, welche Dokumente sich eignen und wie Ergebnisse geprüft werden. Auch der Kontext kann eine Person identifizieren, wenn ein Dokument eine einzigartige Situation hinreichend genau beschreibt. Deshalb ist der Prüfschritt wichtig.

Aus unserer Sicht sollte eine interne Weisung zu KI-Tools mindestens festlegen, welche Tools freigegeben sind, welche Kategorien von Dokumenten damit bearbeitet werden dürfen, ob die Pseudonymisierung vor der Nutzung verpflichtend ist und wer Ergebnisse prüft, bevor sie gegenüber Kunden verwendet werden. Veil unterstützt den dritten Punkt. Die übrigen bleiben Entscheide des Hauses, und die eingesetzten KI-Tools gehören ins KI-Inventar.

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